Corona: Buchungen für Bootsurlaube im Inland nehmen deutlich zu

Buchungen für Bootsurlaube im Inland nehmen deutlich zu

Leere Flughäfen und Strände sowie geschlossene Hotels und Restaurants: das Corona-Virus sorgt derzeit für einen touristischen Stillstand. Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung bis mindestens 14. Juni verlängert. Urlaubsreisen ins Ausland sind in diesem Jahr eher unwahrscheinlich. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß glaubt, 2020 sei “wirklich Heimaturlaub angesagt”. Ob die Strände an Ost- und Nordsee einem möglichen Ansturm an Urlaubern auch Sicherheitsgründen standhalten können, bleibt offen.

Trotz der trüben Aussichten haben die Deutschen ihre Lust auf Urlaub offenbar nicht verloren. Doch statt Strandurlaub oder Kreuzfahrt entscheiden sich viele Deutsche für den Urlaub auf dem Meer. Das geht aus einer aktuellen Datenanalyse der Buchungsplattform Zizoo hervor.

Deutlicher Anstieg bei Bootsurlauben an Nord-und Ostsee

Demnach stiegen in den Monaten Januar bis April 2020 die Buchungen für Bootsurlaube in Deutschland um 1150% im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage in Südeuropa ging dagegen um 8% zurück. Ostsee  und Nordsee sind die gefragtesten Reiseziele, für die Anmietung eines Boots, innerhalb Deutschlands, gefolgt von der Märkischen Seenplatte. Unter allen Bootstypens –  darunter Motor-, Sport-, Schlauch-, Segelboote, Katamarane und Gulets – steht das Mieten eines Segelboots mit zwei Drittel aller Buchungen an der Spitze. Um der weiterhin steigenden Nachfrage gerecht zu werden, konzentriert sich die Branche darauf das Boot-Inventar und die Partnerschaften auf den heimischen Märkten zu vergrößern. “Wir vermuten, dass neben Corona-Sicherheitsaspekten die Indikatoren Nachhaltigkeit sowie das Wegfallen störender Motorengeräusche eine ausschlaggebende Rolle spielen.“, ordnet Anna Banicevic, Geschäftsführerin von Zizoo den Trend zu Segelbooten ein.

Überwiegende Mehrheit der Urlauber buchen für Spätsommer um

Anders als Hotelbuchungen, die größtenteils storniert wurden, entschieden sich bisher 95% der Bucher von Bootsurlauben für eine Umbuchung in heimische Gewässer in den Monaten August und September. Anna Banicevic, Geschäftsführerin von Zizoo dazu: „In der Reisebranche vernehmen wir positive Signale dafür, dass die Menschen Bootsurlaube zusammen mit Ferienhäusern und Campingurlauben als sichere Option für ihren Jahresurlaub sehen.” Beim Bootsurlaub erkennt sie ein Alleinstellungsmerkmal: „Wenn Baden in Seen, Freibädern und am Strand wegen Corona verboten wird, so ist es zumindest vom Boot aus möglich.“