“Frauen können taktisch genauso gut sein, wie Männer.”

Frauen, die segeln, sind heutzutage genau so erfolgreich wie ihre männlichen Mitstreiter. Hannah Anderssohn ist so eine leidenschaftliche Seglerin. Nicht nur das, die 21-Jährige wurde 2017 auch Jugend-Weltmeisterin und segelt auf internationalem Olympia-Niveau. Durch zwei Knieverletzungen war die gebürtige Warnemünderin gezwungen, Pausen einzulegen. Gerade kann sie es kaum erwarten, wieder mit den Wettkämpfen loszulegen. Was es bedeutet als weibliche Seglerin durchzustarten und welche Tipps sie für Mädchen und Frauen hat, die segeln möchten, verrät sie uns im Interview:

Wie bist du zum Segeln gekommen?

Ich bin durch meine Familie zum Segeln gekommen, wo jeder segelt von Großeltern bis Schwester. (Hatte quasi gar keine Wahl 😉 ).

Glaubst du, es gibt einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, die segeln?

Ich glaube es gibt im Sport allein durch die physiologischen Voraussetzungen immer einen Unterscheid zwischen Männern und Frauen. Im Segeln kommt es ja aber auf noch viele andere Dinge an, als nur den athletischen Part. Insofern denke ich, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlich geringer bzw. kaum wahrnehmbar ist im olympischen Segelsport. Frauen können taktisch genauso gut sein, wie Männer. Zudem hat sich in den letzten Jahren viel in Richtung Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen im Segelsport getan. So werden z.B zukünftig gleich viele Startplätze für beide Geschlechter bei den Olympischen Spielen vergeben und es wird gleich viele olympische Bootsklassen für Männer und Frauen geben. 

Musst du dir manchmal komische Sprüche anhören?

Sprüche kommen eher selten. Ich würde eher sagen, dass der Mensch mir gegenüber Respekt hat, dass auch eine Frau diesen Sport betreibt. 

Was war die bisher größte Herausforderung für dich?

Meine bisher größte Herausforderung war, dass ich oft verletzt bin und das „nicht segeln“ während alle anderen auf dem Wasser sind, mir schon immer sehr zu schaffen macht. 

Was war der schönste Moment auf einem Boot?

Da muss ich 2 nennen, weil man beide nicht miteinander vergleichen kann, aber mir beide Momente sehr viel bedeutet haben. Einmal als ich in der letzten Wettfahrt die Ziellinie überquert habe bei der Weltmeisterschaft 2017 und Weltmeister wurde und einmal als ich nach 1,5 Jahren Verletzungspause (2 Knie OPs) endlich wieder aufs Boot steigen konnte. 

Was ist Deine Lieblingsdestination?

Warnemünde (meine Heimat) und Melbourne Australien. 

Was würdest du Mädchen raten, die segeln wollen?

Lasst euch nicht von den Jungs/Männern im Training unterkriegen und bietet ihnen die Stirn. Später wird es einfacher, wenn man nur doch gegen Frauen segelt und dann wird es von Vorteil gewesen sein, sich jeden Tag mit den Männern gemessen zu haben.

Was sind die Top 3 Dinge, auf die du auf dem Boot nicht verzichten kannst?

Sonnencreme, Trinken, die passende Kleidung zum Wetter

Verrätst du uns deinen Segel-Traum? Wo möchtest du mal Segeln, vielleicht die Vendée Globe?

Ich würde gerne, wenn meine olympische Segelkarriere irgendwann mal zu Ende geht, mehr im Offshore Bereich segeln und falls sich die Möglichkeit ergibt beim Ocean Race mitfahren oder Teil eines Americas Cup Teams werden. Alleine um die Welt segeln, wie bei der Vendée Globe wäre eher nicht so mein Fall.

Was machst du eigentlich, wenn du nicht auf einem Boot bist?

Wenn ich gerade mal nicht segel, dann verbringe ich viel Zeit mit meinem Maschinenbau Studium oder genieße die Zeit mit meiner Familie beim Radfahren oder Wandern.

Welche Törns planst du für die Zukunft?

Aktuell ist es ja etwas schwierig weiter in die Zukunft zu planen, aber ich freue mich sehr auf die kommenden Trainingslage/Wettkämpfe an der Küste Südfrankreichs bzw. den Kanaren. 

Was sind die 3 Wörter, die dir zum Thema “Segeln” direkt einfallen?

unvorhersehbar, komplex, Erfahrungssport 

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