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    “… die Freiheit auf den Weltenmeeren genießen!”

    Written by Alexandra von Quadt on Jun 16, 2015


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    Wie tickt eigentlich ein richtiger Segler? Und was ist es, das ihn oder sie immer und immer wieder auf See treibt? Wir haben uns ein paar ganz besonders passionierte Segler ausgesucht, die ich am besten fühlen, wenn Sie Planken unter ihren Füßen spüren und Gischt auf ihrer Haut.

    Heute sprachen wir mit Markus, der seit rund 3 Jahrzehnten mit dem Segelvirus infiziert ist. Er erkundet mit seinem eigenen Boot – einer Beneteau Oceanis namens NAMBAWAN – die Weltenmeere. Seine Erlebnisse teilt er auf seinem tollen Blog Unter Segeln (präedikat lesenswert!)

    Wann warst Du das erste Mal auf einem Boot und was hat Dich dazu bewogen, diesen Sport intensiv zu betreiben?
    Mit 14 Jahren hat mich ein Freund unterstützt, mir ein Surfboard zu kaufen. Seit dem 18. Lebensjahr durfte ich dann auf seiner eigenen 34 Fuß großen Segelyacht mitsegeln. Das war vor knapp 30 Jahren ein ziemlich großes Segelboot in der nördlichen Adria und ich war damals sehr stolz mit an Bord sein zu dürfen.
    Ich wurde natürlich sofort vom Segelvirus infiziert. Es war für mich von da an klar, dass ich – sobald ich es mir leisten kann – auch eine eigene Segelyacht haben werde, um die Freiheit auf den Weltmeeren zu genießen.

    Stell Dir vor, Du erzählst jemanden, der noch nie auf einem Boot war vom Segeln. Was wären die ersten 3 Sätze, die Dir einfallen?

    Segeln befreit irrsinnig – sobald man die Leinen an Land los macht, ist man in einer anderen Welt und vergisst die Alltagsprobleme.

    Für uns und viele unserer Freunde ist Segeln die Beste Therapieform zum Abschalten der z.B. aktuellen beruflichen Herausforderungen.

    Nach einem Segeltörn kommt man komplett entspannt, ausgeglichen und geerdet an Land zurück und die eigenen Akkus sind wieder vollgeladen…

    unter-segeln-entspannen
    © Markus Silbergasser, untersegeln.eu

    Wo gehst Du am liebsten segeln und warum genau dort?

    Ich segle gerne im Mittelmeer, speziell in der Adria und dem ionischen Meer, da unsere eigene Segelyacht in der nördlichen Adria ihren Jahresliegeplatz hat und wir dorthin von Österreich aus gut mit dem Auto anreisen können. Von dort aus, bieten sich Ziele wie Venedig oder die kroatische Küste und Inselwelt an. Letzte Woche waren wir z.B. wieder auf einem unserer Energieplätze auf Unije, einer kleinen Insel mit glasklarem Wasser und um die 60 Einwohner. Hier hat man bei Inselwanderungen das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist.

    unije-kroatien
    © Markus Silbergasser, untersegeln.eu

    Welche Küste hat Dich am meisten beeindruckt: Szenerie, Essen, Leute?

    Die ionischen Inseln in der Ägäis haben es mir angetan. Ab Samstag mache ich mich dorthin wieder auf den Weg, um weitere Traumbuchten und Ankerplätze ausfindig zu machen. Heuer werden wir auch den Peleponnes gegen den Uhrzeigersinn umrunden und am Weg retour durch den beeindruckenden Kanal von Korinth fahren.

    ionische-inseln-glasklares-wasser
    © Markus Silbergasser, untersegeln.eu

    Natürlich haben wir auch die Griechen und deren gutes Essen ins Herz geschlossen. Bei der guten griechischen Küche bleibt die Pantry den Sommer über am Abend meist geschlossen.

    griechische-vorspeisen
    © Markus Silbergasser, untersegeln.eu

    Erzählst Du uns ein eine Geschichte über ein besonders verrücktes Erlebnis auf See?

    Ein vermeintlicher Dieseldiebstahl auf See – Letztes Jahr im Ambrakischen Golf bemerkte ich, dass plötzlich unsere Dieseltank-Anzeige im roten Bereich, also leer, anzeigte! Laut unseren gefahrenen Motorstunden seit dem letzten Tankvorgang müsste unser 160-Liter Tank noch mindestens 3/4 voll sein. Also stellte ich sofort den Motor ab und versuchte den Dieseltank mittels Klopfzeichen auf Füllstand zu kontrollieren. Der Dieseltank hörte sich komplett leer an. Ein eingebautes Schauglas gibt es leider nicht, um sich Gewissheit zu verschaffen. Somit entschieden wir spontan, nochmals nach Vonitsa zurück zu segeln und dort unter Segeln das Ankermanöver durchzuführen. Irgendjemand musste uns entweder gestern Abend, während wir Abendessen und auf ein Eis waren oder heute während unseres Morgenlaufes Diesel abgezapft haben.

    morgensport
    © Markus Silbergasser, untersegeln.eu

    Das Ankermanöver unter Segeln funktionierte gut, daraufhin montierten wir den Außenborder auf das Dinghy und fuhren mit unserem leeren Dieselkanister an Land. Meine Lebensgefährtin sollte dabei in der Nähe des Hafens bleiben um mögliche weitere Dieseldiebe von Land aus stellen zu können. Ich machte mich zu Fuß auf den Weg zur Tankstelle im Landesinneren. Einem in der Stadt begegnenden Polizisten schilderte ich aufgeregt meine Dieseldiebstahl-Story in Englisch. Leider verstand der ältere Staatsdiener kein Englisch und wollte mit der Sache auch nichts zu tun haben. Der freundliche Tankwart meinte später, dass so etwas leider immer öfter vorkommt, da die Fischer Vorort immer weniger Fische fangen und oft gar nicht mehr den Sprit fürs Hinausfahren verdienen können. Da die Tankstelle ca. 1 km vom Dinghy entfernt war, half mir der Tankwart einen Chauffeur für den Weg retour mit dem schweren Kanister zu organisieren. Es dauerte nicht lange, bis er einen bekannten Burschen mit Moped bat, mich mitsamt Dieselkanister zum Hafen zu fahren. Von dort ging es dann wieder per Dinghy hinaus auf den Ankerplatz. Der Diesel wurde mit Trichter in den Haupttank gefüllt und so wiederholte ich das ganze Spiel dreimal. In der Zwischenzeit war es schon Mittag und extrem heiß, und es fand sich immer schwerer ein Chauffeur für den Weg retour zum Hafen. Als ich dann aber den dritten Kanister in unseren Haupttank einfüllte, war der Tank inkl. Einfüllstutzen randvoll. D.h. es hat uns doch keiner der fälschlich vermuteten einheimischen Fischer einen Sprit entwendet, sondern es war nur der Diesel-Füllstandsanzeiger kaputt gegangen.

    Jetzt waren wir einerseits froh und erleichtert, dass uns die in den letzten Wochen in dieser Gegend so lieb gewonnenen Einheimischen doch nicht bestohlen hatten, andererseits schämten wir uns, dass wir das Gerücht des Dieseldiebstahls im Ort verbreiteten, ohne dass es stimmte!

    Voller Hunger und erledigt von den physischen und psychischen Strapazen motorten wir erneut in die nahegelegene Bucht und genossen den verbliebenen Nachmittag in der idyllischen Bucht…

    Vielen Dank Markus! Unter Segeln auf Facebook

     

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