Gastbeitrag: Die Insel Nisyros

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Das Zizoo-Segelmagazin hat einen neuen Gastlobsterger! Marcel Dolega schreibt sonst auf seinem Blog Chulugi über seine Segelabenteuer auf der gleichnamigen Segelyacht. In diesem Beitrag berichtet er uns von einem Törn, der ihn und die Chulugi-Crew von Kos zu der Insel Nisyros führte – ein echter Geheimtipp. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

Nisyros – Monopadí, Caldera und Zyklopenmauer

Die Insel Nisyros
Mandraki auf Nisyros.

Es ist unsere zweite Ankunft in Paloi, dem Hafenort der Insel, die trotz der vielen gesegelten Meilen immer noch zu einer unserer Lieblingsinseln zählt. Im Schatten der großen Schwester Kos ist Nisyros vom Massentourismus bislang verschont geblieben. Es gibt nur wenige Fährverbindungen und jetzt im Winter haben wir die Insel zusammen mit den Einheimischen für uns alleine.

Wanderung auf den Vulkan

Bei unserem letzten Besuch auf Nisyros packten wir unsere Rucksäcke für eine Wanderung zum Stephanos-Vulkankrater. Wir wollten das Innere der Caldera sehen. Die Wanderung begann (wie so häufig bei uns) mit der Suche nach dem richtigen Einstieg. Während wir in der Landschaft herumirrten, uns zwischen Hecken und Trockensteinmauern verliefen, bemerkte uns ein Bauer, der hilfreich zur Seite stehen wollte. Wir staunten nicht schlecht, denn der freundliche alte Herr sprach ein lupenreines Englisch, vermutlich besseres als das unsrige. Er zeigte uns den Fußweg, den Monopadí (was für ein schönes Wort!), der zum Dorf Emborio, seinem Geburtsort und zum Kraterrand hinauf führt. Er sei mittlerweile schwer zu finden, erzählte er uns, da die Touristen lieber mit dem Bus hinaufführen als selbst zu gehen. Der Bauer war uns sofort sympathisch.

Insel Nisyros
Foto: Marcel Dolega

Vom Rand des Stephanos Kraters ging es hinunter in die Caldera, zur tiefsten Stelle der Insel, die beim Implodieren des Vulkans entstanden ist. Tatsächlich roch es schon von Weitem nach Schwefel und die Luft wurde mit jedem Schritt nach unten immer wärmer. Am Boden des Kraters angekommen, hatten wir das Gefühl, dass die dünne Erde unter unseren Schuhen jeden Moment aufbrechen und uns in einer schwefeligen Ursuppe kochen könnte. Doch am Abend waren wir unversehrt wieder zurück im Hafen.

Das war unsere erste, stark emotionale Begegnung mit der Insel. Dieses Mal jedoch mieten wir uns in Paloi ein Mofa und machen uns auf zum Dorf Mandraki. Von dort führt ein alter Eselspfad zur antiken Akropolis (der Stadt) und ihrer mächtigen Stadtmauer. Die sogenannte Zyklopenmauer besteht aus riesigen Steinquadern, millimetergenau aneinander- und aufeinandergelegt. Im Abendlicht leuchtet die Mauer rostrot – ein unvergleichliches Erlebnis für uns.

Insel Nisyros
Die Zyklopenmauer auf Nisyros. Foto: Marcel Dolega

Wiedersehen und Abschied

In Paloi freuen wir uns, die Taverne im Hafen geöffnet vorzufinden. Während unser Schiff direkt vor uns an der Kaimauer liegt, essen wir vorzügliche Mezedes, griechische Tapas, und trinken einen dieser kräftigen, schweren Rotweine der Vulkaninsel. Zu unserer Überraschung und Freude treffen wir hier den vermeintlichen Bauern wieder, dem wir beim letzten Besuch auf der Insel begegnet sind – es ist der Besitzer der Taverne. Er erkennt uns und begrüßt uns sichtlich erfreut. Wir wechseln noch einige Worte miteinander, bevor wir schließlich bezahlen und uns glücklich aber vom Tag erschöpft in die Kojen begeben.

Die Insel Nisyros
Foto: Marcel Dolega

Mehr über die Abenteuer der Chulugi können Sie auf Marcels Blog erfahren. Wenn Sie einmal selbst die Segel setzen wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere Boote in Kos. Wir bringen Sie gerne an Bord.

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